Meine Aufgabe

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Jeder hier auf Erden hat seine Aufgabe (Bestimmung) in meinem Glauben. Hier erzähle ich euch von meiner Aufgabe.

Meine Aufgabe

 

In meinem Glauben, der religionsfrei, aber tief verwurzelt ist, ist es so, dass unsere Seelen sich selbst Aufgaben geben bevor sie hier auf Erden geboren oder wiedergeboren werden, geben. Wir suchen uns bewusst, einen Familienverband aus, der zu unsere Aufgaben passt.

Nun ist es so, dass wir es nicht gleich wissen. Wir wachsen auf und erlernen erstmal alles was uns unsere Eltern, Großeltern, andere Verwandte, Kindergärten, Schulen, Freunde lehren. Was auch heißt, je unbewusster diese Menschen leben, ja mehr gerät unser Wissen und Aufgaben in Vergessenheit. Warum unbewusst? Da sie Angst vor ihren vorhandenen Schmerzen haben und diese verstecken wollen, nicht wahrnehmen wollen. Ignorieren, wo sie herkommen, keine Fragen stellen wollen, nichts Aufzuarbeiten gibt. Jeder möchte ein leichtes Leben, im Wohlstand und ohne Sorgen.

Was wurde mir mitgegeben?

Ich lernte meine Verantwortung für mein Leben abzugeben. Wenn bei mir was nicht lief, gab ich immer anderen die Schuld. Ich suchte immer Schuldige und mein Leben machte es mir auch leicht, diese schnell zu finden. Leicht warum? Da meine Erfahrungen, die ich sammelte, mein Selbstwertgefühl nicht wachsen ließ. Es verkümmerte unbemerkt.

Worüber ich mich immer gewundert habe?

Dass ich mit Mitmenschen schlecht umgehen konnte. Ich wollte über sie bestimmen, weil ich Zuhause halt nichts zu bestimmen hatte. Ich denke, viele die diese Zeilen lesen, werden sich darin erkennen. Einige wollten nur in Ruhe gelassen werden und anderen so wie ich waren laut und herrschsüchtig. Es gab nicht viele Menschen, die sich einen Platz in meinem Leben erobert hatten und ich sie einfach so sein lassen konnte. Meine Tante gehörte zu den Personen, denen ich vertraute und mit ihr verbrachte ich gerne Zeit. Mein Klassenlehrer aus der Grundschule war auch so ein Mensch. Kinder gab es nur sehr wenige, mit denen ich befreundet sein konnte und viele Eltern wollte den Umgang mit mir nicht, was ich früher nie verstanden hatte und das Gefühl, ich bin nicht richtig wuchs und machte meinen Zorn auf das Leben noch größer. Ich wollte doch nur geliebt werden und verstand gar nicht, warum das nur so wenige tun konnten.

Auch ich habe all meine Zweifel und Wertlosigkeit an meine Kinder unbewusst weitergetragen. Ich habe meinen Kindern aber auch meine Intuitionsgabe, Feingefühl und vor allem Stärke mit auf dem Weg gegeben.

Ich habe mich nie gefragt, warum ich Schwierigkeiten hatte und wo sie herkamen. Ich lebte einfach und versuchte meinen Alltag so gut es ging zu meistern und fühlte mich auch glücklich und zufrieden.

Ich hatte keine Zeit um mich mit mir auseinanderzusetzten. Bzw. ich nahm mir diese Zeit erst gar nicht. Für mich gab es da nichts, womit ich mich hätte beschäftigen können. Ich war wie ich war und mich ändern wollte ich nicht. Schon allein, weil viele mich kritisierten. Du bist zu dick, du bist egoistisch, du kannst nichts, bist nichts usw. dachte sich mein Trotz, ich ändere mich doch nicht für andere. Niemals.

Als ich erkannte, wie Falsch es ist und wieviel Macht andere in meinem Leben so hatten, begann mein Wandel zu dem Menschen der ich heute bin. Verantwortung abgeben heißt immer auch, andere haben die Macht in meinem Leben und ich wollte selbst entscheiden was ich in meinem Leben haben will und was nicht. Ein langer schmerzhafter Prozess und 2x wollte ich mein Leben beenden, weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte, so zu sein.

Auch den Schmerz meiner Kinder zu sehen, der sich in Rebellion äußerte, war kaum zu ertragen. Nach und nach erkannte ich, wir können nur das weitergeben, was wir selbst gelernt und erlebt haben. Ich spürte immer, dass in mir noch so viel mehr steckt und das diese Minderwertigkeit anerzogen ist und so gar nicht zu mir gehörte. Am Anfang des Prozesses brauchte ich noch Schuldige, um zu verstehen, wie es soweit kommen konnte. Mittlerweile bin ich da raus gewachsen und sehe die Dinge klarer, habe Frieden geschlossen.

Langsam wächst bei meinen Kinder ihr Selbstwert, auch sie schließen Frieden mit dem was war und ihre doch so schönen Persönlichkeiten zeigen sich und Leuchten auch im Dunkeln. Ich bin eine stolze Mutter und liebe es wie reflektiert meine Kinder sind und ein unbewusstes Leben für sie nicht mehr in Frage kommt.

Nun komme ich zu meiner Aufgabe.

Bei meiner Lungenembolie im Alter von 22 sah ich den Tod zum ersten Mal in die Augen und eine inneren Stimme sagte mir, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Das er mein Lehrmeister wird, war mir lange noch nicht klar. Sein Wissen lehrte mich so vieles in meinem Leben, indem ich Sterbenden zuhöre und ihre Reflektionen wahrnehme. Ihre Äüßerungen sind die wahren Lehrmeister und zeigen worauf zu achten ist.

Was passierte im Alter von 22 Jahren?  

Ich verlor meine Angst vor dem Tod und genau da liegt des Menschen Problem. Der Tod wird ignoriert, alle haben Angst ihm zu begegnen. Alle haben Angst vor Krankheit und dabei löst genau diese Angst Krankheiten aus.

Kriege gab es schon immer. Aber zwei Weltkriege hintereinander haben unsere Ahnen geprägt. Sie haben so viel Tod, Leid gesehen und selbst miterlebt. Genau dieses hat sich manifestiert und wird als Traumata weitergereicht. Unsere Ahnen fingen an sich vor dem ganzen Schmerz zu schützen und andere Werte drangen in den Vordergrund. Das sie auch der Liebe den Zugang verboten haben, war ihnen nicht klar. Ihre Liebe fand Ausdruck in Werten wie Erziehung und Bildung.

Was unsere Ahnen dort erlebt haben hat ihre Psyche beeinflusst und diese veränderte Energie reichen sie weiter, von Generation zu Generation.

Des Menschen Augenmerk wurde die sogenannte gute Erziehung. Liebe gab es nur bedingt, nur mit Wenn und Aber. 

  • Benehmen war wichtig,
  • gut in die Gesellschaft passen war wichtig,
  • einen guter Beruf mit viel Aufstiegsmöglichkeiten war wichtig.
  • Keinem niedrigen Stand angehören war wichtig.

So wurde die Spaltung der Gesellschaft noch mehr vorangetrieben. Arbeiterklasse war fast ein Schimpfwort. Liebe hatte dort keinen Platz mehr und wo keine Liebe, da fühlt sich auch der Tod nicht wohl, nicht akzeptiert. Dort hat das heutige Outsourcen begonnen, in dem der Tod vor dem eigenen Haus ferngehalten wurde. Es gab genug Schmerz, noch mehr war einfach nicht zu ertragen. Auch die, die unser Land wiederaufgebaut haben, ob nun die Regierung oder unsere Trümmerfrauen, jeder hat den Krieg erlebt und versuchte ein besseres sorgenfreieres Land zu erschaffen. Welche Langzeitfolgen entstanden sind, konnte keiner ahnen und heute hat der Mensch vergessen, wo es angefangen hat. So wird das Trauma der Kriege von Generation zu Generation weitergetragen. Ich glaube, meine Generation ist beauftragt, dieses Trauma sichtbar zu machen, die Generation meiner Kinder ist beauftragt das Trauma aufzulösen und somit für unsere Enkelkinder ein bewusstes Leben voller Liebe zu erschaffen, wo es keine Angst mehr vor dem Tod gibt, wo er wie Früher ein Zuhause in den Herzen der Menschen bekommt. Sterbende können wieder friedlich Zuhause bei ihren Liebesten sterben. Der Tod ist kein Tabuthema mehr und der Mensch ist wieder gewillt, sich seinen Ängsten zu stellen und sie nicht zu ignorieren.

Ich mag meine Aufgabe und bin gerne der Fürsprecher des Todes. Ich weiß nicht warum, aber bis jetzt konnte ich es immer schaffen, Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Ihnen zu zeigen, ihre Ängste haben ihren Ursprung ganz woanders und der Schmerz des Loslassens braucht Zeit um zu heilen.

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