Zehn Tage Dunkelheit

Kommentare · 465 Ansichten

Schon seit einigen Jahren wird die Mutter aller Stromausfälle heraufbeschworen. Jetzt könnte es dank des Endzeitdramas Pandemie "endlich" bald soweit sein.

Ich erinnere mich an Zeiten in den 1970ern, da hat fast jedes Gewitter zu Stromausfällen geführt. Auch zwischendurch konnte es passieren, dass einfach nichts elektrisches mehr ging. Noch 2003 hat ein Blitzeinschlag die örtliche Verteilung zerstört und auch im Haus meine damalige Telefonanlage gehimmelt. Bei den Stromausfällen in Kindertagen hat man durchaus unangenehm, lange Zeit abends im Dunklen gesessen. Eine Kerze war daher immer griffbereit, wenn sie nicht sowieso schon auf dem Wohnzimmertisch stand.

Immer wieder sind mir auch Teilabschaltungen der örtlichen Strassenbeleuchtung aufgefallen. Dazu habe ich noch nie irgendwelche Erklärungen gehört, welche technische Spielerei, oder Wartungsarbeiten das waren. Inzwischen wurden die Strassenlaternen auf LED Technik umgerüstet. Seither sind mir willkürliche Abschaltungen nicht mehr aufgefallen. Es ist schon merkwürdig, wenn die Strasse ganz dunkel ist. Ich habe deswegen auch schon mal das eigene Treppenlicht eingeschaltet, damit niemand stolpert.

Ich würde einen Stromausfall immer noch relativ entspannt nehmen, nur heute hat sich einiges im Haus geändert. Während man noch bis in die 1980er hinein dezentral mit Holz und Kohle geheizt hat, wurde inzwischen auf eine Zentralheizung umgestellt. Da gibt es verdammt viel Technik, die nur mit Strom funktioniert. Wir haben glücklicherweise keinen besonders kalten Winter, aber auch die Warmwassererzeugung hängt daran. Auch sinnvolle Haushaltsgeräte, wie Waschmaschine und Kühlschrank würden ausfallen. Den Herd und meine heissgeliebte Privileg Kombimikrowelle könnte ich dann auch vergessen. Das die Wohnung auskühlen könnte, dazu gibt es den Tipp, in der Wohnung ein Zelt aufzubauen. Auch das könnte könnte ich machen. Ich habe ein schweres Zelt, als Luxusausgabe einer Dackelgarage, das ist so eine Art Feldbett mit Dach drüber.

Ich habe schon vor einigen Jahren einen einfachen Generator gekauft, mit dem man zeitweilig einige Dinge in Gang halten kann. Der steht eingelagert in der Garage mit den erlaubten 20 Litern Benzin, wie man sie zuhause lagern darf. Ich habe irgendwann auch mal ein Kurbelradio gekauft. Das mit der Kurbel ist witzig, aber man betreibt es hauptsächlich mit Batterien. Mit der Kurbel muss man sich schon ordentlich abmühen, um ein paar Minuten Radio hören zu können.

Es gibt moderne LED Taschenlampen, die wirklich, irre helles Licht machen, aber auch der Umgang mit Kerzen und Öllichtern ist nach, wie vor gängig. Aktuell habe ich einen Gaskocher gekauft und zwei 20 Liter Wasserkanister, die ich mit Leitungswasser gefüllt habe. Mit dem Strom wird nämlich sicher auch die Wasserversorgung wegbrechen. Es gibt draussen unter dem Vorgarten einen riesigen Behälter, der früher mal die Sickergrube war, in dem seit dem Anschluss an die Kanalisation fast 10000 Liter Regenwasser gespeichert sind. Es wird nicht direkt trinkbar sein, aber damit kann man notfalls das Klo spülen.

Es besteht die Aussicht darauf, dass die total, tollen Weltereignisse dafür sorgen, dass der Wohlstand um 100 Jahre zurückgedreht wird. Ich hoffe nicht, dass es wirklich durchgängig zehn Tage dunkel bleibt. Ich würde nach allen Informationen mit einer Häufung von zeitweisen Ausfällen rechnen. Stromausfälle bei Tage würde man kaum merken, aber nachts würde ich mich unsicher fühlen. Das Haus ist nicht besonders gesichert. Nach Erfahrungen mit merkwürdigen Zeitgenossen aus der Nachbarschaft bin ich schon etwas unsicher, ob die dann nicht kommen, um nochmal eine Diskussion mit mir anzufangen.

Ich würde hier auch ganz gern einen protestantischen Sicherheitswall bauen, denn ich bin nicht bewaffnet. Eine Gaspistole soll ja leider auch nicht viel bringen. Es gibt hier Leute, die würde ich als die Karnevalsvariante der Antifa bezeichnen. Da laufen Leute mit, die nach nichts Gutem aussehen, bei denen man sich tatsächlich ein Schiesseisen wünschen würde. Da sollte man schnell genug abdrücken, bevor die einen in die Finger bekommen. Das sind nach meiner Menschenkenntnis knasterfahrene Todschläger, die keinem "seriösen" Tagwerk nachgehen. Falls sie überhaupt irgendwann arbeiten, wenn normale Leute arbeiten. Die machen eher Dauernachtschicht.

Mit dem Wissen, dass man mit einer 357er Magnum, oder noch etwas großkalibrigerem, hinter der Tür steht, würde deren Mut sicher stärker gedämpft werden, als wenn man nur ein Küchenmesser hat. Nach Pöbeleien und Einschüchterungsversuchen habe ich schon selbst verbale Drohkulissen aufgebaut, dass hier nicht Selbstbedienung ist. Personen, die mal mit mir im Sandkasten gespielt haben, oder mit mir zusammen in die Schule gegangen sind, betrachte ich nach bedrohlich sozialdarwinistischen Bekenntnissen inzwischen als meine Todfeinde. Das sind relativ neue, wie schockierende Erkenntnisse, aber Pardon wird es nicht geben. Alle, die in Kindheit und Jugend blöd waren, sind das als Erwachsene immer noch. Sie sind auch immer noch kindisch. Nachdem man sich Jahrzehnte aus den Augen verloren hat, könnten sie ruhig ganz in der Versenkung verschwinden, statt zu stören.

Kommentare