Die Liebe ist (k)eine Himmelsmacht


Das darf man sich ja immer von chauvinistischen Typen anhören, wenn sie in Wahrheit nur schadenfroh sind. Ja, es stimmt, die Liebe ist eine Himmelsmacht, aber was passiert, wenn man den göttlichen Plan durchblickt, der sich dann nicht als bedürftiger Knast, sondern als orgiastischer Selbstbedienungsladen entpuppt? Wer einen Sinn dafür hat, für den sind Augenaufschläge, Hüftschwünge, oder Busenheber nicht mehr belanglos. Augenkontakt ist mit das Wichtigste. Wer den Augenkontakt nicht halten kann, ist unten durch.

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Ich habe dem Anfang der 1990er aufkommenden Internet durchaus einiges zu verdanken. Das Internet ist voller Porno, was nochmal ein Thema für sich ist, aber das ist nicht alles. Es gibt auch Gehaltvolles. Punktuelles Buchwissen hat mich nämlich nicht vorwärts gebracht, zuviel Hintergrundinfo hat gefehlt. Da gab auch der Buchclub nicht viel her, der in der Familie verfügbar war. Eine Buchliste zum Themenkreis wäre hilfreich gewesen, aber auch die gab es nicht. Das das Fernsehen eine unrühmliche Rolle bei der Verbreitung von dummen Zeug hat, die das ausmacht, was die sogenannte politische Korrektheit darstellt, ist heute eine Binsenweisheit, aber es war lange Jahre die wichtigste Informationsquelle. Etwas Besseres gab es leider nicht, aber damit war der Misserfolg vorprogrammiert. Erst Videobeiträge im Internet brachten ein paar entscheidende Schritte vorwärts. Da konnte man manche, psychologische Details auch nochmal gegenlesen, denn inzwischen lese ich auch am Bildschirm. Erich Fromm hat in seinem Buch verschiedene Formen von Liebe beschrieben. Eine davon ist halt die erotisch-sexuelle zwischen Mann und Frau und nur um die geht es hier meistens.

Auch die Bibel hat mit dem Hohelied eine Erotikecke, aber die ist etwas schüchtern und leicht altbacken. Das brauchen wir etwas progressiver, wenn das Eis zwischen Mann und Frau brechen soll, damit sie sich orgienhaft vereinigen wollen.

Seit einigen Jahren geistern da verschiedene Redner durchs Web, die ahnungslose Jungs zu sogenannten Alpha Männern machen wollen. Ich weiß nicht, ob man das wirklich werden muss. Ich finde es wichtiger, Mensch zu bleiben, trotzdem habe ich einigen dieser Redner durchaus interessiert zugehört.

 

Da war zunächst Peter Frahm, der gern über "Matrixkäse" aus Hollywood doziert. Er spricht über den Fehler der Männer und den Fehler der Frauen. Er ist durchaus "verschwörungtheoretisch" gesinnt und kritisiert ansatzweise auch die katholische Kirche. Über ihn bin ich gestolpert, als ich eigentlich über 9/11 recherchiert habe. Leider glaubt er, ohne Gott auskommen zu können und da geht seine Argumentation den Bach runter, denn er spielt den Kräften in die Hände, die er eigentlich loswerden will. Die Kritik am Matrix Käse aus Hollywood ist absolut richtig beobachtet, aber er schlussfolgert falsch ins Nirwana des Küchenlateins der unreinen Ratio Satans. Da frage ich mich, wie jemand so dumm sein kann, der es eigentlich besser wissen müsste.

 

Deutlich handfester ist "DonJon", John Damianov. Das ist ein Pick Up Artist, der so richtig Strecke macht und sich mit seiner Selbstvermarktung schon recht weit nach vorne geschoben hat. Er geht raus auf die Strasse, macht Kaltaquise und schleppt Frauen ab. Er gibt auch Tipps für die Clubgänger und vergisst auch die digital abhängigen Tastenerotiker bei Lovoo und Tinder nicht.

Seine Bemühungen in Ehren, aber leider gibt es in seinen Argumentationsketten dunkle Schatten, sodass ich mich davon wieder distanziert habe. Manches ist mir zu geschmacklos. Zuviel geht es ums Prahlen mit Eroberungen als Teil eines chauvinistischen Mannbarkeitsrituals und es gibt neue, zwanghafte Glaubenssätze. Natürlich ist die Vereinigung in orgienhafter Leidenschaftlichkeit absolut wünschenswert, aber nicht um jeden Preis. Er vertritt vorsintflutlichen Egoismus. Dabei wird es gruselig, denn es wird esoterischer Mumpitz aus dem Priesterseminar reingereicht, um Angst und Schrecken zu verbreiten und die Anhängerschaft mit dem Holzhammer zu motivieren. Er propagiert sogar Prostitution, was die logische Folge der klerikal, esoterischen Onanieverbote ist, die er versucht, durchzusetzen. Das er sehr junge Männer in den Puff schicken will, kann ich fast nicht glauben. Da klingt er selbst manchmal, wie ein Lude, der nur die Prostitution fördern will. Davor kann man nur warnen. Das ist unseriös. Kobernde Taxifahrer, die einen in den nächsten Puff locken wollen, gibt es schon genug. 

Frauen sind in seiner Ideologie nur Beute und kommen als Individuen nicht vor. Das identifiziere ich als katholische Sexualmoral. Das lasse ich mir nicht aufzwingen. Er spricht tatsächlich davon, den Willen der Frauen zu brechen und sie gefügig zu machen. Eine Frau zu übertölpeln und sie dazu zu bringen, ihrer Vergewaltigung zuzustimmen, ändert am Tatbestand nichts. Das das möglicherweise eine juristische Grauzone ist, macht es trotzdem zu einer Art des Betrugs. Das interessiert mich nicht. Sein Sex ist rein mechanisch, der Geschlechtsverkehr ein Toilettengang, um sich zu entleeren. Er vertritt die esoterische These, dass man sich mit einem zölibatären Onanieverbot zu einem noch potenteren Liebhaber machen könnte. Sein Sex hat leider keine Seele, was das Einzige ist, was wichtig wäre und nicht zum Platzen geschwollene Testikeln. Das stinkt leider zum Himmel nach dem jesuitischen Materialismus.

Zum Beleg der sogenannten "Lays", werden Beweisfotos mit dem allgegenwärtigen Smartphone geschossen und es gibt auch Frauen, die beinahe "proaktiv" entgegenkommen. Manche Damen scheinen ihn bereits zu kennen und werfen sich ihm anscheinend vor die Füße. Das da mit Lippenstift das Datum auf den nackten Hintern geschrieben wird, erinnert an ein Satansritual, was ziemlich ekelig und abschreckend ist. Diese Erfolge werden hauptsächlich auf Großstadtniveau erzielt, wo sowieso fast jeder spontaner Erotik aufgeschlossen ist. Das wirkt für andere Gegenden einfach wenig übertragbar.

Die reformchristliche Variante des "Abschleppens" fehlt mir definitv. Ich möchte nicht katholisch missioniert werden. Der Protestant ist grundsätzlich, erotisch aufgeschlossen und auch die Protestantin muss nicht so tun, als wenn sie keine Lust hätte. Ich gehe eher von wohlwollendem Entgegenkommen aus. Sogenannte "Eskalationsrhetorik", wie im Pickup, ist eher unnötig, wenn man erwachsen ist.

 

Dann gibt es noch Mateo Diem, der unter dem Markennamen "Flirtforschung" firmiert und psychologisch etwas feinfühliger ist. Lustig sind Tipps, die einem beispielsweise raten, in einem albernen Kostüm aufzutreten und damit Frauen anzusprechen. Wer die sympatische Nachbarin anbaggern will, der sollte beim Versuch, ein paar Eier zu borgen, "wie zufällig" ein Hühnerkostüm tragen. Kostümverleih gibt es heute ja an jeder Ecke. Sowas kann sicher helfen, um das Eis zu brechen.

Die Frauen muss man sowieso kaum überreden. Da rennt man teilweise offene Türen ein. Es sind tatsächlich immer die, die gut aussehen, denn die haben auch gewisse Erwartungen. Als reifer Mann muss man keine bemühten Klimmzüge mehr machen, sondern man hat eher die Qual der Wahl. Immerhin warnt Mateo Diem auch vor gewissen Mentalitäten und das man nicht jede Frau rumkriegen muss, wofür ihm Dank gebührt.

Leider sind die vorgenannten Trainer alles recht junge Männer, die offensichtlich aus der Generation Spielkonsole stammen und das interessiert mich überhaupt nicht mehr. Da werden Baggertipps gegeben, die sich um das Spiele Zocken drehen. Das kann ich nicht gebrauchen. Ich habe keine Spielkonsole.

Der einzige Redner aus dem angloamerikanischen Bereich, der interessante Gedanken äussert, ist "Coach Red Pill". Der ist schon etwas abgehangen und hat keine Eierschalen mehr hinter den Ohren. Der warnt auch recht deutlich vor bunten Haaren, Tatoos und Piecings-"no inked girls". Das wird heutzutage schwierig, denn auch Damen meiner Altersklasse sind davon nicht frei. Dieser Kitsch ist recht teuer und daher oft bei angeberischen Neureichs zu sehen, aber es ist tatsächlich eher asozial.

No go for inked girls!

Die Liebe ist tatsächlich eine Himmelsmacht, aber sie ist nicht unerreichbar, wie die satanische Propaganda das möchte, sondern frei verfügbares Allgemeingut und ohne große Mühe zu bekommen. Sie ist aber nicht demokratisch und persönlich individuell, was dem Pädofaschismus des Antichristen widerspricht. Liebe ist menschlich, verrückt, aber man muss unterscheiden, denn es gibt auch die Verrücktheit einer Giftmörderin. Vorsicht vor der weiblichen Variante des Narzissmus. Der weibliche Player hats eben nicht auf Sex, sondern auf materielle Werte abgesehen. Eine Frau, die sich einem Mann nähert, von dem sie intim nichts will, bedeutet unter Umständen Lebensgefahr. Das muss man leider sehr ernst nehmen. Blutsaugermentalitäten bringen einen immer in Schwierigkeiten, sie wollen, dass man scheitert, in ihrer Nähe gibt es eine hohe Unfallgefahr, oder kann durch konsequentes, seelisches Ausbluten auch krank werden und nachfolgend sterben.

Wer nicht homosexuell ist, sollte möglichst keine weiblichen Freunde haben. Frauen, mit denen man nicht verwandt ist, sind entweder Intimpartnerinnen, oder besser nicht Teil des eigenen Lebens. Das wird dank jesuitisch, satanischer Hollywood Schmiere sozial nicht gefördert, denn Männer sind dank antichristlichem Genderschwachsinn inzwischen kaum mehr wert, als ein Mastschwein, daher muss man selbst dafür sorgen, um nicht dazu gemacht zu werden. Es ist wichtig, die pathologischen Lügnerinnen und die kindermordenden Betschwestern zu identifizieren, um sie zu meiden, oder im Notfall auch zu verjagen. Stalkern immer sofort drastische Konsequenzen androhen. Drohanrufe am Telefon sind inzwischen selten, aber man wird heutzutage bedrohlich angetextet. Nach ein paar verschleiernden Schmeicheleien wird es dann schnell unangenehm. Sollte es Schriftkontakt per Messenger gegeben haben, Wechsel sichern, Anwalt übergeben. Ich habe schon erlebt, dass die kaputtesten Typen recht offen drohen. Ich bin zwar kein Jurist, würde gewisse Rhetorik mit bedrohlichem Charakter als strafrechtlich relevant ansehen. Es geht hier nicht um Durchschnittstypen, sondern um besonders auffällige Charaktere, die sich unangenehm aufdrängen, die evtl. auch durch Hetze und Rädelsführertum auffallen. Hier sollte man durchblicken lassen, dass man sich auch physisch wehren würde. Es müssen erhebliche Drohkulissen aufgebaut werden, damit man nicht harmlos wirkt.

Man kann aus allen Beiträgen der vorgenannten Redner gewisse Gemeinsamkeiten herausfiltern, die immerhin relativ positiv sind. Die spezielle Szenesprache kenne ich nur ansatzweise. Man kommt um ein paar Begriffe nicht herum, weil es sonst keine verbalen Möglichkeiten gibt, die Problematik zu beschreiben. Es geht halt hauptsächlich darum, kein "nice guy" zu sein, der sich als verzweifelter "Rosenkavalier" abmüht und als "falscher Gentleman" in der Gruft blutleerer Bedürftigkeit endet. Als Mann entfernt man sich vom unterdrückt, biederen Mastschwein und entwickelt ein deutlich, sexuelleres Ego, in dem Bewusstsein, dass man ein Goldstück zwischen den Beinen hat, das von Frauen geschätzt und begehrt wird, weil es das äussere Zeichen männlicher Herzlichkeit ist. Nach meiner Lebenserfahrung haben Frauen ein sehr starkes Verlangen. Es wird deswegen unterdrückt, weil es stärker ist, als das männliche. Die katholische Kirche hat sich damit einen unrühmlichen Namen gemacht, dass sie die Frauen bis heute unterdrückt. Die katholische Emanzipation, falls es die überhaupt gibt, ist eine Gangsterbraut und die Stellvertreterin vom Mafiaboss.

Der emanzipierte Mann ändert zu diesem Zweck auch sein Beuteschema auf einen anderen Frauentyp. Keine verlogenen Anstandsheuchlerinnen, sondern flittchenhaft mit dem sogenannten "high self esteem". Einfache Typen fallen hier leider aus, denn für das, worum es geht, muss man Nonkonformist sein. Das Klischee von der geilen Frisöse ist eine bekannte, urbane Legende unter chauvinistischen Männern, aber diesen Frauentyp sollte man eher meiden. Wir schauen uns lieber bei Typen mit einem höheren Bildungsniveau um. Auch die Frauen müssen etwas wagemutig sein, denn das, was die Liebe ausmacht, ist tatsächlich eine Form der positiven Verrücktheit. Das mit dem Körperschmuck sollte man kritisch im Auge behalten. Je weniger, desto besser. Es ist eben nichts besonderes mehr, sondern Massengeschmack und wohl ein Symptom der allgemeinen Normopathie. Beispielsweise ist Iwanka Trump ein nackter Traum, komplett ohne Tatoos und Piercings. So wollen wir das sehen.

Mit etwas zu einfach gestrickten, kleinbürgerlich, biederen Charakteren, die meist gefährliche Lügnerinnen sind, habe ich auch keine guten Erfahrungen. Ich lasse mich mit keiner vulgären Type ein, die das RTL Sofadiplom hat und Männer nur als Besamer und Zahlvater sieht. Vor diesem Frauentyp, der glaubt, dass es um materiellen Profit geht, wird aus den Kreisen der Persönlichkeitsentwicklung sehr deutlich gewarnt. Man kann sogenannte "Golddigger" im Zweifel auch Hure nennen. Sie sind schliesslich erwachsen, handeln bewusst und tragen Verantwortung für ihre Unmenschlichkeit.

Immerhin werden durch die PUA Methodik recht interessante Einsichten geboten, die nicht nur unheimlich sind. Ich habe alles, was für mich Sinn macht, übernommen. Es geht um etwas Psychologie und Körpersprache. Dazu gibt es die Philosophie des positiven Sexismus. Mann schlurft nicht herum, sondern pflegt den aufrechten Gang. Man kann in jedem Alter Sport machen. Wir laufen und heben Gewichte. Auch der eingangs erwähnte Augenkontakt ist enorm wichtig. Die sexuell interessierte Frau schätzt hier ab, ob ein Kandidat ehrlich ist. Wer diesen besonders, eindringlichen, prüfenden Blick halten kann, ist in der engeren Wahl. Wer das verkackt, kann das nicht mehr ausgleichen. Mann ist auch nicht mehr verklemmt. Wir haben ein Mindset, dass dauernd ein sexuelles Verwöhnprogramm für die Frauen ablaufen lässt. Weibliche Attribute werden bewundert, wenn man sie geboten bekommt. Wir schauen nicht weg! Wir lecken gern Muschies und vielleicht nehmen wir sie auch mal hart ran, wenn es passt. Wie schon erwähnt, kommt es darauf an, sich das richtige Publikum auszusuchen, dann wird es aus männlicher Sicht auch mindestens eine Interessentin geben, die sich vorstellen kann, einen intim kennenlernen zu wollen.

Es geht im Großen und Ganzen darum, das man sich zunächst mal selbst glücklich macht und aus den Niederungen der Bedürftigkeit herauskommt. Das kann man schon allein dadurch erreichen, dass man sich mit der Thematik beschäftigt und darüber reflektiert. Man kann Liebe nämlich nicht kaufen, denn sie ist immer kostenlos. Wer glücklich ist, wird dann jemanden treffen, der auch glücklich ist, mit dem er dann zusammen glücklich sein kann. Andere Wege zum Liebesglück gibt es nicht. Alles, was in unserer trügerischen Konsumwelt einer schmierigen Komfortzone noch propagiert wird, sei es inzestuöse Nachbarschaftskuppelei, wie auch online Partnerbörsen, sind eine Lüge und ein kriminelles Betrugsschema. Wer verzweifelt genug ist, sich darauf einzulassen, vervielfacht seine Probleme. Liebe ist Wahrheit, aber es gibt keinen Weg dahin, der über die Lüge führt. Der Versuch, Vernunftbeziehungen einzufädeln, ist der sichere Weg in den Abgrund. Es gibt keine Liebe, die nicht mit einem ehrlichen Begehren anfängt.

Das ich jetzt hier ein Bild mit einem jungen Paar zeige, heisst überhaupt nicht, dass es Altersbeschränkungen gäbe. Auch, wenn man über 50 ist, ist die Liebe weiterhin die geilste Nummer, die man kriegen kann und kein deprimierender Friedhofsspaziergang. Erotik ist wichtig, solange man ein schlagendes und fühlendes Herz hat. Der zentrale Punkt ist eben nicht die orgiastische Intimität, sondern es geht auch ums Kinder machen. Eine Frau, die das nicht in Erwägung zieht, sollte man ebenfalls nicht näher kennen.

Ich höre nicht nur die PUAs, sondern auch auf reformchristliche Aufklärer. Ich sitze da etwas zwischen den Stühlen, denn da liegt auch die Wahrheit. Eine Spiritualität, die altbacken, patriarchalisch ist, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Das Priestertum kann ja durchaus den Männern vorbehalten bleiben, aber ansonsten ist gegen echte Emanzipation nichts einzuwenden. Die Vermännlichung der Frau ist allerdings unbedingt zu stoppen und zurückzunehmen. Was dabei rauskommt, ist ein Monster und keine Emanzipation. Uns Männern den Pimmel abzuschneiden, um ihn den Frauen zu geben, bringt nichts, denn der wächst da nicht an.

Noch etwas zu meiner persönlichen Motivation, mich überhaupt damit zu beschäftigen.

Ich habe immer gern gelesen und auch dieses Thema habe ich versucht, mir lesend zu erarbeiten. Der gebotene Aufklärungsunterricht in der Schule war Schrott. Das hatte nichts menschliches, sondern erinnerte an Rinderzucht. Es sollte wohl abschrecken und hat seinen Zweck leider erfüllt. Die Lehrer waren nervös und anscheinend hatten sie selbst kein Verhältnis dazu, jedenfalls haben einige tatsächlich den Eindruck gemacht, dass sie menschlich damit komplett überfordert sind. Soweit ich das inzwischen verstehe, will man den Verlieren, die nicht auf dem Gymnasium waren, dass Glück vorenthalten. Von einem Nachbarsjungen, der auf dem Gymnasium war, kamen da ganz andere Töne, dass deren Aufklärungsunterricht eine Ermunterung enthielt. Das hat mich zunächst nachdenklich gemacht und mit zunehmender Erkenntnis irgendwann auch verärgert.

Mir sind zunächst typische "Aufklärungsbücher" in die Hand gefallen, die eindeutig sexuellen Inhalt hatten. Das war mit 16, 17 ganz interessant, brachte mich dem Kern der Sache noch nicht näher. Die Kenntnis über Stellungspiele und Intimpraktiken ist sinnlos, wenn man die Geheimnisse nicht kennt, warum man sich paaren sollte. In dem Zuge fanden auch etwas philosophischere Werke Beachtung, wie "Die Kunst des Liebens", von Erich Fromm. Ich habe mich da durchgebissen, aber wirklich verstanden habe ich es nicht. Das war alles viel zu theoretisch. Bei Frauen damit punkten konnte ich auch nicht. Wer Buchstaben entziffern kann, ist als Liebhaber ein Ladenhüter. Das ich mir das falsche Publikum ausgesucht habe, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Ich bin halt einige Male in der sogenannten Friendzone über den Tisch gezogen worden, wobei ich noch nicht verstanden habe, warum da keine Erotik enthalten ist. Darüber war ich einigermaßen verzweifelt.

Die ersten 30 Jahre meines Lebens waren daher ziemlich unangenehm. Die Auswahl möglicher Intimpartner war in der provinziellen Ödnis gleich null und die einzig, sexuell interessante Frau war meine Mathelehrerin im siebten Schuljahr. Das ist mir aber auch erst seit Kurzem klar. Die damals noch junge Lehrerin gehörte auch nicht zum festen Kollegium und war zu meinem Leidwesen nach einem Jahr wieder verschwunden. Das ist aber im gesamten Rheinland so und ich bin an anderen Orten mit verbesserter Mobilität durch ein eigenes Auto nur vom Regen in die Traufe gekommen. Ich war nach katastrophalen Beziehungskisten in der Defensive und habe danach mindestens ein gutes Herz vorbeiziehen lassen, weil mir das Thema nur noch Übelkeit bereitet hat.

Ein Teil meines jugendlichen Unglücks bestand halt darin, dass ich als Reformchrist im katholischen Rheinland aufgewachsen bin. Katholizismus ist purer Sozialdarwinismus und Hurerei. Wer den Ablass nicht zahlen kann, landet auf der Resterampe bei den anderen, die auch irgendwie unvermittelbar sind. Ich war mir der konfessionellen Unterschiede immer bewusst und daher hat das für mich nicht funktioniert, worüber ich durchaus froh bin. Für mich war das einfach nur lächerlich und ich habe mich daraus zurückgezogen. Die Bekanntenkreise, die mir die Resterampe angetan haben, waren bald danach nicht mehr Teil meines Lebens. Es scheint tatsächlich natürliche Abstoßungseffekte zu geben, die dann das Schlimmste verhindern.

Hinzu kommt, dass es auch im familiären Umfeld keine positiven Vorbilder gab. Meine Eltern haben eine Wirtschaftswunder-Ehe geführt, wo man schnell geheiratet hat, ohne sich weiter Gedanken zu machen. Wir sind Ostvertriebene und es wurden Menschen zusammengewürfelt, die sich nicht viel zu sagen haben. Man ist zwar protestantisch getauft, aber eine direkte Beziehung zum Kern der Sache gibt es nicht. Ich hatte eher ein gutes Verhältnis zur Familie meiner Mutter. Aus dem Umfeld kamen noch die positivsten Impulse, die eher hanseatisch-skandinavisch geprägt waren. Es ist der Großmutter zu verdanken, dass es dort einen gewissen, Zusammenhalt gab. Der Alkohol hat leider eine erhebliche Bedeutung in der Familie und die Nachgeborenen sind nicht ein bischen besser, die mit Drogenabhängigkeit sogar noch eins drauf setzen. Ich muss leider auch zu Teilen meiner Familie Abstand halten und habe entsprechende Kontaktverbote ausgesprochen. Teile der Verwandtschaft sind Zocker, Spieler, Spekulanten, miese Eierdiebe. Da fischen einige im Trüben und das muss ich nicht haben.

 

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